Heute (I)

stromkasten

Heute ist der 190. Tag des Jahres und der 2.454.656 julianische Tag. Die beiden Zahlen geben an, wie viele Tage seit dem 1. Januar 2008 n. Chr. bzw. seit dem 1. Januar 4713 v. Chr. vergangen sind. Seit dem 1. Januar 1970 tickt zudem der Sekundenzeiger der Unix-Uhr und hat soeben um 10:08:20 Uhr die Zahl 1.215.504.500 erreicht. Nächstes Jahr steht übrigens die 1234567890 an, und zwar am Samstag, dem 14. Februar 2009, um 00:31:30 Uhr.  Und am 19. Januar 2038 um 3:14:08 Uhr könnte der PC, auf dem ich dies schreibe, Schwierigkeiten bekommen, denn eine Sekunde später ist die Unixzeit nicht mehr als 32-Bit-Binärzahl darstellbar. Pling!

Heute ist der 18.990ste Tag meines Lebens. Die abendländische Kalenderkonvention will es, dass ich am kommenden Freitag meinen 52. Geburtstag feiere. Auf den Tag genau eine Woche später wäre ein weitaus „runderes“ Geburstags-Jubiläum zu begehen, aber das Dezimalsystem hat sich aus astronomischen Gründen nur halbherzig bei unseren Zeitmaßen durchsetzen können. Auch an diesem hehren Ziel ist die Französischen Revolution gescheitert. Knirsch!

Heute ist die Sonne um 5:25 Uhr aufgegangen, um 13:37 Uhr erreicht sie ihren Zenit und um 21:48 Uhr geht sie unter. Von Wolken ungetrübt beschienen hat sie diesen Tag bisher aber nur für gerade einmal 20 Minuten. Die für den Tag angekündigte Lufttemperatur soll zwischen 11 °C und 18 °C liegen, aktuell beträgt sie 17,3 °C, die Luftfeuchtigkeit 67 % und der Luftdruck 1006,4 hPa. Der Wind kommt gegenwärtig mit einer Geschwindigkeit von 19,3 km/h (3 Beaufort) aus west-südwestlicher Richtung (exakt aus 248°). Von den für heute prognostizierten 2,6 l/m² Niederschlag sind bis jetzt (11:15 Uhr) genau 0,254 l/m² in Form von feinem Regen gefallen. Plitsch!

Heute meldet die Zeitung vom Tage wie alle Tage die Nachrichten von gestern. Die deutsche Delegation um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerät beim G-8-Gipfel in Tōyako (Japan) wegen des hierzulande geplanten Ausstiegs aus der Nutzung der Kernenergie zunehmend in Bedrängnis. In Österreich scheitert nach nur anderthalb Jahren die große Koalition aus ÖVP und SPÖ unter Kanzler Alfred Gusenbauer. In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter beim bisher schwersten Anschlag seit dem Sturz der Taliban vor der indischen Botschaft 41 Menschen mit sich in den Tod gerissen. SPD-Chef Kurt Beck will nach eigenem Bekunden bei seinem Fahrrad-Urlaub an der Mosel keine Umfrageergebnisse lesen. Ray Manzarek, ehemals Keyboarder der Rockgruppe The Doors, hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass deren legendärer Bandleader Jim Morrison seinen Badewannentod vor 37 Jahren in der Rue Beautreillis 17 in Paris nur vorgetäuscht habe und in Wahrheit seither unerkannt auf den Seychellen lebe. Nintendo triumphiert mit Wii in der Gunst der Computerspielkids über Sonys Playstation und die Xbox 360 von Microsoft. Hollywoodstar Nicole Kidman (Eyes Wide Shut) hat eine 2,9 Kilo schwere Tochter zur Welt gebracht, die dem Vernehmen nach demnächst im australischen Sydney auf die Vornamen Sunday Rose nach katholischem Ritus getauft werden soll. Aus den 2,5 bis 3 Kilo Asche, die ein menschlicher Leichnam nach der Kremierung hinterlässt, fertigt das Schweizer Unternehmen Algordanza unter dem extremen Druck von 60.000 bar und bei Temperaturen von bis zu 2.500 °C zum Preis von 10.600 € einen Diamanten für die Ewigkeit. (Alle Tatsachen sind nachzulesen in der Süddeutschen Zeitung Nr. 157 v. 8. Juli 2008.) Raschel!

Heute werde ich eine Bestellung beim „Bärendienst Buchversand“ in München aufgeben, einen Blogbeitrag für Westropolis verfassen, Blumenkohl essen, meinen Steuerberater anrufen, um mit ihm einen Besuchstermin zu vereinbaren, die restlichen 2,346 l/m² Regen abwarten, um anschließend ein Foto von einem Damenbein auf einem Stromkasten für diesen Würfelwurf zu schießen, die restlichen 16 Aufsätze über Sonderlinge und Sonderfälle der Weltliteratur in Werner Morlangs Buch So schön beiseit (Zürich: Nagel & Kimche, 2001) lesen und mit der Lektüre von Thomas Pynchons zuletzt erschienenem Roman Against the Day beginnen (dt. Gegen den Tag. A. d. Am. v. Nikolaus Stingl u. Dirk van Gusteren. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2008). – Und zuletzt werde ich mich wie stets unzufrieden zu Bett begeben. Seufz!

[Fortsetzung: Heute (II).]

2 Responses to “Heute (I)”

  1. Günter Landsberger Says:

    “Heute werde ich eine Bestellung beim ,Bärendienst Buchversand’ in München aufgeben.” – Hab’ ich heute auch schon gemacht. Hattest Du, lieber Manuel, den Roman von Szittya schon?

  2. Revierflaneur Says:

    Ja.

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