Wer ist dran?

marktstaende

Gestern Vormittag vorm Backwarenstand. Ich stehe links, in der Mitte eine ältere Dame, die sich gerade eine sehr spezielle Auswahl von Teilchen zusammenstellen lässt. Ich spüre, dass ich ungeduldig werde, nicht weil ich in Eile bin, sondern einfach vom Zuhören: „Und dann bitte noch zwei Quarktaschen. Oder nein, geben sie mir doch besser drei! Aber nicht die zerdrückte, lieber die links daneben. Nein, von mir aus gesehen links.“ Und so weiter in der Manier einer einsamen Frau, die für den Rest des jungen Tages keinen Gesprächspartner mehr findet. Dass die Backwaren seit heute vor dem Supermarkt verkauft werden, hat seinen Grund offensichtlich darin, dass der Verkaufsstand im Geschäft komplett neu aufgestellt wird. Handwerker tragen die Einzelteile des alten Standes hinaus und werfen sie krachend in einen Container. Im Hintergrund schrillt eine Säge. Zudem liegt ein feiner Nieselregen in der Luft. Jede dieser kleinen Unannehmlichkeiten ist, für sich genommen, gewiss keine Katastrophe, alle zusammen aber lassen es nicht unbedingt als wünschenswert erscheinen, vor diesem Backwarenstand Wurzeln zu schlagen. „Momentchen,“ höre ich die ältere Dame sagen, „das müsste ich passend haben.“ Dann lässt sie mit ungelenken Fingern neun Euro und 78 Cent auf den Zahlteller klappern, gestückelt in 19 einzelne Münzen. Ein Zwei-Cent-Stück fällt zu Boden, ich bin ganz Kavalier und klaube es aus dem Matsch. Misstrauisch nimmt sie es entgegen, als hätte sie befürchtet, ich könnte mich damit aus dem Staub machen. Gleichzeitig höre ich die Brotverkäuferin sagen: „Es sind aber Neuneuroneunundsiebzig! Hätten Sie vielleicht noch einen Cent für mich?“ Sofort greife ich nach meiner Geldbörse, damit dieses grausame Spiel endlich ein Ende hat. Aber ich muss feststellen, dass sich in meinem Münzfach nur ein einziges Zwei-Euro-Stück befindet. Auch die ältere Dame hat bei der Suche in ihrem Portemonnaie und in den Taschen ihres Mantels offenbar keinen Erfolg. Da kommt ihr ein älterer Herr zu Hilfe, den ich jetzt erst bemerke. Er hatte wohl zuvor auf der, von uns aus gesehen, rechten Seite des Backwarenstandes gewartet. „Sie erlauben, dass ich ihnen diesen Glückscent zum Geschenk mache?“

Die überschwängliche Begeisterung, mit der die ältere Dame dieses Präsent von ihrem Altersgefährten entgegennahm, gab mir einen kleinen Stich. Zugleich beschäftigte mich die Frage, ob dieser spendable Kavalier bereits um Backwaren angestanden hatte, als ich hinzukam; oder ob er erst nach mir an der Reihe war. Möglicherweise hatte die zwischen uns stehende Teilchenkäuferin mir den Blick auf ihn verstellt. Vor dieser provisorischen Verkaufsstelle hatte sich in der Kürze der Zeit noch keine Gewohnheitsregel etablieren können, ob sich die Warteschlange nun nach rechts oder links zu bilden hätte. Ich kam aus Richtung der Bushaltestelle und stand darum links. Dass der ältere Herr hingegen rechts stand, konnte vielleicht darauf hindeuten, dass er mit dem Auto unterwegs war, denn rechts vom Standort, eben von diesem soeben erst aufgebauten Backwarenstand, befindet sich der Parkplatz des Supermarkts, der ungefähr die gleiche Fläche in Anspruch nimmt wie der Supermarkt selbst.

Bevor ich diese Erwägungen zu einem für mich eindeutigen Ergebnis hätte führen können, hatte die Backwarenverkäuferin gegen mich entschieden, indem sie sich dem älteren Herrn zuwandte: „Und was darf’s denn für Sie sein?“

Bevor er antwortete, schaute er kurz zu mir herüber, wie mir schien aber nicht mit einem fragenden, sondern eher mit einem triumphierenden Blick. Es war einer dieser Augenblicke, in denen eine kleine Ewigkeit Platz findet und die sich uns einbrennen, als läge in ihnen eine Weisheit verborgen, die weit über die in Sekunden oder in Jahren messbare Zeit hinausreicht. Er sah mich nicht so an, als wollte er sich vergewissern, ob er wirklich vor mir an der Reihe sei; und noch nicht einmal so, als wollte er prüfen, ob ich mich mit diesem Verlauf der Ereignisse abfinden würde, obwohl ich vielleicht davon ausginge, dass die Reihe eigentlich an mir sei. Er schaute vielmehr drein, als wollte er sagen: ,Pass mal auf, Du Trottel. Ich weiß zwar besser als Du selbst, dass ich nach Dir gekommen bin. Aber Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass ich die Gunst des Augenblicks verstreichen lasse, in dem mich die Verkäuferin zuerst angesprochen hat.‘ Und ehe ich mich’s versah, hatte er schon das Wort ergriffen. „Ich hätte gern … ich wollte eigentlich … aber ich hörte ja gerade … dass ihre Brotschneide-Maschine ja leider … wegen dem Umbau, tja … sehr ärgerlich.“ An Stelle der drei Pünktchen muss man sich jeweils eine so lange Pause vorstellen, wie man in einer solchen Situation eben noch für möglich hält. Offenbar litt die Backwarenverkäuferin genauso wie ich, denn nachdem sie kurz „Jasoisses“ gesagt hatte und darauf seitens des älteren Herrn erst einmal gar nichts mehr kam, wandte sie sich sichtbar erleichtert mir zu: „Und bei Ihnen?“ Wie aus der Pistole geschossen stieß ich hervor: „Nur drei Brötchen. Ich hab’s auch passend.“ Und sie steckte meine drei Brötchen schon in die Tüte, als der ältere Herr, ich ahnte es ja, seiner Entrüstung Ausdruck verlieh: „Das glaube ich jetzt nicht! Wieso sind Sie denn jetzt dran. Ich war doch noch längst nicht fertig.“ – „Und deshalb sind ja auch schon wieder dran. Ich wusste, was ich wollte und hab’s auch schon.“ Hier schwenkte ich mit der Linken die Brötchentüte und legte mit der Rechten abgezählte 81 Cent auf den Teller. Und nach einem verständnisinnigen Blickwechsel mit der Verkäuferin fügte ich hinzu: „Ich dachte, wir nutzen die Zeit, bis sie mit Ihren Überlegungen zu Rande gekommen sind.“ – „Das ist ja wohl eine Unverschämtheit! Meinen Sie etwa, weil ich auf meine alten Tage nicht mehr ganz so schnell bin, können Sie sich hier alles erlauben? Entschuldigung, dass ich noch lebe!“ – „Aber keine Ursache. Das stört mich nur mäßig.“ Und weg war ich.

Bin ich nun hiermit zu weit gegangen? Hätte ich dem Motto folgen sollen, das da heißt: Der Klügere gibt nach? Hätte ich bis zum fernen Ende weiter mit Engelsgeduld die schikanöse Slowmotion-Darbietung dieses offenbar unter Langeweile leidenden Rentners auf der Suche nach Streit ertragen müssen? Nun weiß ich nicht, was Dr. Dr. Rainer Erlinger im SZ-Magazin auf diese Gewissensfrage antworten würde. Ich werde ihn allerdings auch nicht fragen. Ich bin nämlich nach diesem kleinen Zwischenfall völlig im Reinen mit meinem Gewissen. So einer bin ich!

34 Responses to “Wer ist dran?”

  1. Hansi Says:

    In der EKD ist gerade ein Posten im oberen Management für moralisch gefestigte Personen frei geworden. So als Alternative zu dem Dr.Dr.-Brief …

  2. Revierflaneur Says:

    Keine ganz abwegige Idee, zumal ich vor gut einem Jahr unter die Temperenzler gegangen bin. Aber ich fürchte, auf diesen Posten hat man nur Aussichten, wenn man Mitglied ist.

  3. Hoshi Says:

    Sehr schöne Geschichte, die man so oder ähnlich ja leider doch immer wieder erlebt.

  4. amo Says:

    sie hat dich gefragt. insofern ok. ansonsten bin ich immer penetrant geduldig. das schadet nicht.

  5. saba Says:

    @rf: hast du dir auch gedacht: “Wenn ich in dem Alter auch mal in einer solchen Situation bin, werde ich mich ganz sicher nicht so verhalten, wie dieser alte Mann!”? Wenn ja, kann man darüber sicher sein? Wenn nein, kann man darüber sicher sein?

  6. Mata Says:

    Tatsächlich eine Geschichte wie aus dem wahren Leben. Leider mit kleinem Logikfehler: Wer 81 Cent abgezählt der Bäckersfrau hinlegt, kann nicht nur ein 2-Euro-Stück in der Geldbörse haben, odä?

  7. Ole Says:

    Hm, die abgezählten 81 Cent für Deine Brötchen legen nahe, dass Du der Dame vor Dir ja doch mit dem fehlenden Cent hättest aushelfen können. Ach nee, geht ja auch ohne Einzel-Cent: ein fünfziger, zwei zehner, ein fünfer und drei zweier.

  8. Paco Says:

    Das nenne ich mal Exegese. Ich war so bezirzt vom Lesen, mir ist das mit den Cents gar nicht aufgefallen.

  9. ch Says:

    ein schöner text auch. habe ich sehr gern gelesen. und den feed gleich abonniert.

  10. Horst Says:

    Neneneeee, die 81 abgezählten Cent sind das Wechselgeld! Drei Brötchen, Kosten 1,19 Euro, bezahlt 2 Euro, zurück 81 Cent.

    Zur Gewissensfrage: Das erzählende Ich war noch viel zu freundlich. Diese ätzende Vordrängelei ist so eine Unsitte, und man selbst steht stundenlang unnütz rum, aber wenn man sich beschwert, dann ist man selbst der dünnhäutige Idiot. Da kann man die Leute ruhig mal drauf hinweisen, dass sie gerade unhöflich sind.

    Nicht, dass ich das tun würde. Ich schau meist auch immer nur fasziniert-genervt zu.

  11. Revierflaneur Says:

    @ Mata: Kein Logikfehler, aber eine kleine Lücke in der Erzählung. Die in der langen Wartezeit abgezählten 81 Cent (vier Zwanziger und einen Einer) hatte ich nicht mehr im Münzfach meiner Geldbörse, sondern in der Hand. @ Ole: Nett, dass Sie mit arithmetischen Spekulationen meine Ehre oder mindestens doch Wahrheitsliebe retten wollen. Aber ich gestehe: Mein so schön passendes 1-Cent-Stück wollte ich dann doch nicht opfern. @ saba: Auf Frage eins nein, Frage zwei fällt dann weg, auf Frage drei ja. Mit anderen Worten: Ich bin mir dessen bewusst, dass ich nicht wissen kann, wie ich mich als so alter Mann in ähnlichen Situationen verhalten werde. @ amo: Bei penetrant geduldigen Mitmenschen schwanke ich immer zwischen Bewunderung, Neid und Mitleid.

  12. JanDob Says:

    Vielleicht hatte er die 81 Cents schon in der Hand, weit vorher fertig abgezählt.
    Ansonsten: Sehr schöne Geschichte :)

  13. JanDob Says:

    Da kam ich zu spät mit meiner versuchten Erklärung. Ich sollte mir nach dem Lesen langer Texte angewöhnen, die Seite neu zu laden, bevor ich einen Kommentar schreibe :)

  14. Julian Says:

    Unglaublich, es gibt Menschen, die interessiert extakt der gleiche Scheiß wie mich. “Konnte sich in der Kürze der Zeit noch keine Gewohnheitsregel entwickeln” – herrlich. Ich dachte, ich bin der einzige dem diese Sachen auffallen und der sie auch noch erwähnenswert findet. Dolle geschrieben, darin erkenne ich mich wieder. – Zur Frage: Natürlich hätten Sie warten sollen! Allerdings … dafür braucht man eben die Geduld und die Ruhe. Wenn man die nicht hat, bringt es auch nichts, sich unglücklich zu machen; dann lieber eingreifen. Und hätten Sie gewartet – Ihr Text wäre niemals entstanden. Nein, unter diesen Umständen: Gut, dass sie ein bisschen unverschämt waren.
    *Wünschenswert* wäre es natürlich für alle Parteien anders gewesen. Mein Traum ist es auf jeden Fall, mich von derartigen Situationen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Einfach mit Engelsgeduld hinnehmen, sich seinen Teil denken, sich zur Abwechslung mal des Lebens freuen, irgendwie sowas.

  15. Brandbarth Says:

    In solchen Fällen hilft nur, sich konsequent ins Nirvana wegzuträumen und kurz vor Geschäftsschluss ein Graubrot vom Vortag zum halben Preis zu nehmen. Habe ich mal in einer kleinen grauen Stadt an der Ostsee gemacht, und da stehe ich immer noch. – Mal ehrlich: was soll die Eile? Wer’s eilig hat, geht nicht zum Bäcker, sondern zur SB-Brötchenabwurfstation, und prügelt sich da um Brötchenzangen und Einmal-Handschuhe. Oder gleich zur Tankstelle. – Beim Bäcker steht doch die Kommunikation im Vordergrund, und nicht der nackte Verkaufsakt! Mal etwas mehr Contenance, meine Herren und Damen.

  16. Gerd Says:

    Ich verweise nur auf die immer wieder nervigen Typen, die 2 Std. lang in der McDonalds-Schlange anstehen und wenn sie drankommen, nicht wissen, was sie wollen … und solche Leute stehen immer vor mir … ARGH!

  17. Leo Says:

    Wie wohl fast jeder hier kenne ich eine solche Situation und es ist für mich immer noch der blanke Horror, wenn ich mich an einen Verkaufstresen stellen muß. In Windeseile muss man abchecken, wer schon dort steht und wer nach einem hinzukommt. Gleichzeitig will man aber die Auslage prüfen, damit man auch das Richtige kauft. Aber es geht mir ähnlich: Man will die Konfrontation, vor allem mit älteren Menschen, vermeiden, damit man nicht als der unverschämte Arsch dasteht. Bei extremen Fällen hat aber jede Contenance mal ein Ende und es bleibt einem nichts anderes übrig als eine patzige Antwort zu geben. Z. B. der Klassiker: “Gehen Sie ruhig vor, Sie haben ja nicht mehr so viel Zeit!”

  18. jules nut Says:

    hervorragend. das hast du sehr schön geschrieben. bei mir unterscheiden sich solche situationen, dass ich die dinge, die du dem älteren herren gesagt hast, nur denke, aber nicht sage. ich denke sie auch meist nicht direkt, sondern minuten oder stunden später, wenn ich mir die situation noch einmal durch den kopf gehen lasse. respekt für so viel geistesgegenwart und kühnheit.

  19. Bernd das Brot Says:

    Am Anfang der äußerst amüsanten Geschichte heißt es: “Gestern Vormittag vorm Backwarenstand. Ich stehe links, in der Mitte eine ältere Dame, die sich gerade eine sehr spezielle Auswahl von Teilchen zusammenstellen lässt.”

    … weiter unten dann: “Da kommt ihr ein älterer Herr zu Hilfe, den ich jetzt erst bemerke. Er hatte wohl zuvor auf der, von uns aus gesehen, rechten Seite des Backwarenstandes gewartet.”

    Auf der rechten Seite stand also jemand, sonst hätte es ja auch im ersten Satz keine Mitte geben können. Vielleicht war es der alte Mann.

  20. Oliver Says:

    Danke, meine Pause ist gerettet. Einfach herrlich.

    Grüße

  21. Revierflaneur Says:

    @Bernd das Brot: “sonst hätte es […] keine Mitte geben können”. Oh doch, die Mitte des Standes, die es ja schließlich ganz unabhängig davon gibt, ob ein, zwei oder drei Kunden davorstehen, oder?

  22. Bernd das Brot Says:

    ahhh, falsch verstanden … wer räumlich denken kann, ist also klar im Vorteil ;)

  23. docmed Says:

    Wenn man nicht weiß, ob man zuerst dran war, hat man eben Pech gehabt und wartet bis der andere, der zuerst angesprochen wird oder anfängt, fertig ist. Ist halt so, wenn man höflich ist. Weiß man sicher, dass man zuerst da war, darf man’s auch deutlich und freundlich sagen und darauf bestehen, finde ich. – Die Aktion, den einen Cent zu verschenken, hätte ich mir nicht nehmen lassen. Zu schön wäre der Triumph gewesen. Habe ich selber auch schon gemacht, mache ich immer noch so bis zu einem Euro rauf. Das ist es mir wert. – Nachdem Sie aber eigentlich schon moralischer Sieger waren an dem Tag, haben Sie es sich selber kaputt gemacht durch Ihr eigenes Vordrängeln. Egal ob von der Verkäuferin forciert oder nicht. – So leider nicht. Aber bald hat der Laden ja wieder im Laden geöffnet.

    P.S.: Man hält nicht 10 Minuten Kleingeld in der Hand! Erstens will niemand schwitzig-warmes Geld von Ihnen gerne in die Hand nehmen und zweitens: Haben sie gestern Vormittag zufällig mal an Ihrer Handfläche gerochen…?

  24. mailo Says:

    Und dann gibt es noch das Phänomen der “Bäckereischlange”. – Es scheint einfach nicht möglich zu sein, sich im Laden anzustellen. Immer sind nur wenige Kunden im Laden. Der Rest bildet vor der Tür eine Schlange bis zu 10 Metern. Und warum überhaupt ein Warteschlange? Entweder sind die Backwaren gut oder die VerkäuferInnen zu langsam.

  25. Brent Says:

    Der geneigte Leser wortgewandter Bäckereiprosa möge sich auch diese Anekdote zu Gemüte führen: http://www.titanic-magazin.de/vffk_0805.html#c5085

  26. Andi Says:

    Großartig geschriebene Geschichte aus dem puren, reinen, unverfälschten Leben. Vielen Dank dafür und bleib auf Kurs, meiner Meinung nach hast du alles richtig gemacht! :-)

  27. Mäcki Says:

    Schöne Anekdote :) Ich selbst kenne solch Ärgereien mit älteren Mitbürgern als fast frischer 20er nur allzu gut. Die penetrante Lethargie und endlosen Umschweife von ziemlich vielen solcher Mitbürger hat mich schon oft an den Rand meiner Geduld gebracht. Leider konnte auch ich dann nicht immer meinen Mund halten. Oft kam daraufhin natürlich eine Belehrung in Sachen Respekt vor dem Alter etc.

    Das Schlimme aber ist, dass selbst wenn man absolut im Recht ist, anscheinend nicht das Alter hat um das sagen zu dürfen.
    So wurde ich doch glatt mal von einem älteren Herren angepöbelt, als ich ihn darauf hinwies, dass neben der Straße auch ein breiter Radweg ist (er war natürlich auf dem Rad unterwegs) und ich bitte an ihm vorbei möchte (im Auto, schleichend) ,das aber nicht möglich ist, da die Straße für uns beide nicht breit genug ist. Es war übrigens Sommer 09, nicht dass man mir vorwirft, ich würde ihn auf dem verschneiten Radweg ins Verderben schicken^^

  28. Lukanga Says:

    In den Niederlanden wird das Problem des unsortierten Anstehens am Verkaufstresen oder Marktstand oft sehr elegant gelöst: Wenn man auf eine Gruppe anstehender Menschen trifft, stellt man die Frage, wer der letzte sei? Die Antwort kommt meist spontan von der betreffenden Person, die sich je erst kurz vor einem angestellt hat: Das bin ich. Dadurch weiß ich genau, nach wem ich an der Reihe bin. Dadurch sotiert sich oft vor einem in der Reihe so einiges. Man kann sogar auf den suchenden Blick eines Neuankömmlings unaufgefordert reagieren: Ich bin der letzte vor Ihnen. Bei einer einkaufenden Person, einer anstehenden und einem selbst sollte man allerdings auch ohne weitere Fragen die Übersicht bewahren.

  29. Björn Says:

    Ich empfehle hierzu: Herbert Knebel – An der Wursttheke :-)

  30. Sebastian Says:

    @Bernd das Brot: Weißt Du, wenn eine Theke sagen wir drei Meter hat, dann ist 1,5 Meter von links die Mitte. Egal wer davor steht.

  31. vera Says:

    @lukanga ja, in den niederlanden wird auch der einkaufswagen vom vor einem an der kasse stehenden ohne kommentar nachgezogen wenn man ‘etwas vergessen’ hat. in dl nutzt man das fix zum vordrängeln. – schöner beitrag. beobachten ist so selten geworden.

  32. Zaibatsu Says:

    Gefällt mir auch richtig gut. Klasse Text!

  33. amo Says:

    @revier

    ja, weiß auch oft nicht was ich davon halten soll, also von mir. aber ich bin, so nehme ich an, geprägt durch ein vordrängel-erlebnis unsympathischer landsleute im ausland.

  34. The Mocking Bird (2) | The Human Muppet Says:

    […] Wer ist dran? […]

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