In den englischsprachigen Weblogs gibt es seit einiger Zeit eine neue Denksportaufgabe für Vielleser: „Stelle ein paar Bücher aus deinem Regal so zusammen, dass sich die Rückentitel als ein (mehr oder weniger) sinnvoller Satz lesen lassen!” Ergebnisse des müßigen Titel-Scrabbelns kann man sich hier und hier und hier ansehen.
Ich verdanke den Hinweis auf diese Entspannungsübung für überstrapazierte Intellektuelle, dessen Grundgedanke einer Kurzgeschichte des blinden Bibliothekars von Buenos Aires entsprungen sein könnte, der deutschen Bloggerin Anke Gröner. (Und hier der erste Nachahmer.)
Auf der Suche nach einem lesenswerten Filmkritik-Weblog – ein unlesbares hatte mich lange genug geärgert – bin ich schließlich bei ihr gelandet und dort schnell heimisch geworden.
Dort findet man – neben den einerseits ganz subjektiv urteilenden, andererseits aber in gutem, fast fehlerfreiem Deutsch abgefassten und somit störungsfrei lesbaren Filmbesprechungen – auch mancherlei anderes, was das Herz hüpfen und den Kopf nicken lässt. Der lesens- und bedenkenswerte Artikel von Stefan Niggemeier (zu dem ich sonst ein eher ambivalentes Verhältnis habe), über die verbreitete Gleichgültigkeit der Blogger, was die sprachliche Qualität ihrer Geisteskinder betrifft – dieser Artikel wäre mir ohne Anke Gröners Hinweis vermutlich entgangen.
Danke, Anke! (Ein solcher Kalauer muss in diesem Zusammenhang erlaubt sein, da der heutige Würfelwurf doch puren Nonsens zum Anlass nimmt.)

Wüste (Le Clézio)
Lust (Jellinek)
Es geht seinen Gang (Loest)
Mein Leben als Mann (Philip Roth)
Bildnis eines Unsichtbaren (Pleschinski)
In der langsamsten Uhr der Welt (Cees Noooteboom)
Das Leben der Insekten (Pelewin)
Die Verwandlung (Kafka)
Junges Licht (Rothmann)
Ihre erste Kombination finde ich
am bestenschockierend, Herr Landsberger!Und ich meine, dass die zweite Kombination den Kombinator vortrefflich porträtiert.
Eulensehen (Gerhard Köpf)
Die Ratten (Gerhart Hauptmann)
1984 (George Orwell)
Mit brennender Geduld (Antonio Skármeta)
Wie Götter werden (Pearl S. Buck)
Die Wanderratten (Heinrich Heine)
Gestern unterwegs (Peter Handke) -
Die Götter dursten (Anatole France)
Freud wartet auf das Wort (Georges-Arthur Goldschmidt)
Warten auf Godot (Samuel Beckett)
Die Schreie der Fledermäuse (Günter Kunert)
Trauer muss Elektra tragen (Eugene’Neill)
Im alten Eisen (Wilhelm Raabe)
Und ewig singen die Wälder (Trygve Gulbranssen)
Der Einzige und sein Eigentum (Max Stirner)
Meine Tinte ist meine Tinte (Paul Scheerbart)
Rot und Schwarz (Stendhal)
Uns geht’s ja noch gold (Walter Kempowski)
Ich dachte an die goldenen Zeiten (Bohumil Hrabal)
Flegeljahre (Jean Paul)
Zirkuszone ((Jáchym Topol)
Nachtarbeit (Jáchym Topol)
Seit zweitausend Jahren (Mihail Sebastian)
Der Judas des Leonardo (Leo Perutz)
Eine Art Testament (Witold Gombrowicz)
Dirzulande (Franz Wurm)
Das öde Haus (E.T.A. Hoffmann)
Das graue Haus (Herman Bang)
Das weiße Haus (Herman Bang)
Die blaue Villa von Hongkong (Alain Robbe-Grillet)
Das rote Lachen (Leonid Andrejew)
Die gelbe Straße (Veza Canetti)
Der blaue Klang (Guy de Pourtales)
Das grüne Haus (Mario Vargas Llosa)
Drei Tode (Leo Tolstoi):
Der Tod in Venedig (Thomas Mann)
Der Tod in Rom (Wolfgang Koeppen)
Tod in Hollywood (Evelyn Waugh)
Ewigendorf (Romanfragment von GFL):
Der Staat (Platon)
Die kleine Stadt (Heinrich Mann)
Das Dorf (William Faulkner)
Ehen in Philippsburg (Martin Walser):
Und ich schüttelte einen Liebling (Friederike Mayröcker)
Alle Tage (Terézia Mora)
Das königliche Spiel (Jakob Julius David):
Der Spieler (F. M. Dostojewskij)
Spielerglück (E.T.A. Hoffmann)
Der Springer greift ein (William Faulkner)
Ich gebe auf!
Entschuldigung! Ihre Zusammenstellung, liebe Frau Schimanski, war eben so gut, dass sie mich erst richtig in Fahrt gebracht hat.
Glücklicherweise ist mir noch was eingefallen:
Hexen – damals und heute (Hans Sebald) –
Warten auf Godot (hab ich natürlich auch),
Außer Atem (Claude Francolin)
… als wärest du kein Mensch (Werkkreis Literatur der Arbeitswelt)
Und Pippa tanzt! (Gerhart Hauptmann)
Und Jimmy ging zum Regenbogen (Johannes Mario Simmel)
Als Freud das Meer sah (Georges-Arthur Goldschmidt)
Gespräch über Balzacs Pferd (Gert Hofmann)
Sodoms Untergang (H. G. Adler)
Gefährliche Liebschaften (Choderlos de Laclos)
Zenos Gewissen (Italo Svevo)
Der Stoff des Schreibens (Georges-Arthur Goldschmidt)
Der Rönne-Komplex (Gottfried Benn)
Die Zärtlichkeit des Eisenkeils (Alois Brandstetter)
In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa (Federico García Lorca)
Malone stirbt (Samuel Beckett)
Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste (Alexander Ostrowsky)
Und sagte kein einziges Wort (Heinrich Böll) -
Ich schwebe über Krakau (Adam Zagajewski)
Dass ich nicht ersticke am Leisesein (Inge Müller)
Zeit zum Aufstehn! (August Kühn)
Muss wieder ein Morgen sein (Melchior Vischer)
Es tut mir leid, es fällt mir immer wieder was ein. Mir macht das Spiel halt Spaß.
Und noch eine (endgültig letzte) Sequenz von mir gefällig?
Vorsicht Bücher (Robert Neumann)
Erinnerungen (Hans Jonas)
Die unbesiegten Furien (Ernesto Sabato)
Ein Leben (Italo Svevo).
O, mir entwischt nicht, was die Menschen fühlen (Anna Luisa Karschin)
Im Zeitalter Kafkas (Martin Gregor-Dellin)
Zwischen City und Idyll (Heinrich Seidel)
Zwischen Schreiben und Leben (Ernesto Sabato)
Lassen wir den Wind sprechen (Juan Carlos Onetti),
Blaue Tage (Fernando Vallejo),
Rituale (Cees Nooteboom),
Die Gesänge des Maldoror (Lautréamont),
Das gefangene Lächeln (Adolf Muschg),
Die Sprache der Leidenschaft (Mario Vargas Llosa).