Straßenbilder

Schon seit einem guten Jahr trage ich mich mit dem Plan, eine Reihe von langen Straßen meiner Vaterstadt von einem Ende bis zum andern abzuschreiten und dabei zu fotografieren, mit dem Ziel, ein insofern lückenloses Bild der jeweiligen Straße entstehen zu lassen, als im Mittelpunkt jeder Fotografie der Standpunkt der auf sie folgenden zu sehen ist. Ich war auf diesen Gedanken nach unserem letzten Umzug gekommen, denn nun wohnen wir am Ende bzw. Anfang einer der längsten Straßen Essens, der Rellinghauser Straße; und gleichzeitig, wie schon bei unserem vorletzten Wohnort, am Rande einer weiteren sehr langen Straße, der Frankenstraße. Ein günstiger Zeitpunkt für die Realisation dieses Projekts wäre sicher der frühe Morgen rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni, denn dann muss man auf Passanten kaum Rücksicht nehmen, deren Missfallen es vielleicht erregen könnte, in der Öffentlichkeit fotografiert zu werden. Ein weiteres Problem stellt sich mit den Autos, deren Nummerschilder ins Bild kommen könnten, was ebenfalls auf einen Verstoß gegen Persönlichkeitsrechte hinausliefe. Notfalls müssten die Autonummern per Bildbearbeitung unkenntlich gemacht werden. Ich denke noch darüber nach, ob es vielleicht reizvoll wäre, jede dieser langen Straßen in beide Richtungen abzuschreiten, denn so ergäbe sich ja ein jeweils völlig anderer Eindruck. Die einzelnen Bilder würde ich hier im Blog veröffentlichen und meine Erinnerungen zu den verschiedenen Standorten zu „Bildunterschriften“ verarbeiten. Möglicherweise könnte ich die Aufnahme der Straßenbilder auch alle zehn Jahre wiederholen, um die Veränderungen zu registrieren.

[Das Titelbild zeigt das Ende der Rellinghauser Straße mit der Einmündung in die Frankenstraße am heutigen Tag um 12:00 Uhr.]

2 Responses to “Straßenbilder”

  1. Bruce Says:

    Klingt vielversprechend! Das erinnert mich an mein eigenes Projekt (das z. Z. allerdings pausiert). Ich hatte mir als Konzept vorgenommen, nach und nach alle Straßen meiner Heimatstadt mit je einem Bild zu dokumentieren und diese bei Google Earth einzubinden, und zwar in alphabetischer Reihenfolge. Bisher habe ich es auf 235 Bilder gebracht.

    Danke im übrigen für all die interessanten Artikel in diesem Blog!

  2. Revierflaneur Says:

    Immer wenn ich sicher bin, dass dieses Blog aber nun wirklich niemanden mehr etwas angeht als mich selbst allein, meldet sich jemand und bekundet sein Interesse. Wie schön! – Gerade meinte mein ältester Sohn, als ich ihm von diesem Projekt berichtete, dass es doch eigentlich seit Google Earth redundant sei. Aber erstens kommt es mir ja darauf an, den Weg persöhnlich und per pedes abzuschreiten. Und zweitens sind die angekündigten “Bildunterschriften” ja ein entscheidender Mehrwert gegenüber dem virtuellen Globus aus Mountain View.

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