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	<title>Revierflaneur &#187; Oikos</title>
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	<description>Kleine Schritte weg von der Mitte.</description>
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		<title>Entropologie</title>
		<link>http://www.revierflaneur.de/2009/11/05/mittwoch-4-november-2009-entropologie/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 09:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>

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		<description><![CDATA[
In den 1970er-Jahren, als es zum guten Ton gehörte, wenigstens näherungsweise Bescheid zu wissen, wenn die Rede vom Strukturalismus war, machte ich mich daran, das bekannteste Werk seines Hauptvertreters zu lesen, Traurige Tropen von Claude Lévi-Strauss.
Was ich an Neugier und gutem Willen zu viel hatte, mangelte mir nur zu oft an Ausdauer. Und so legte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/11/tropen.jpg"><img src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/11/tropen-195x300.jpg" alt="" title="tropen" width="195" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-2912" /></a></p>
<p>In den 1970er-Jahren, als es zum guten Ton gehörte, wenigstens näherungsweise Bescheid zu wissen, wenn die Rede vom Strukturalismus war, machte ich mich daran, das bekannteste Werk seines Hauptvertreters zu lesen, <em>Traurige Tropen</em> von Claude Lévi-Strauss.</p>
<p>Was ich an Neugier und gutem Willen zu viel hatte, mangelte mir nur zu oft an Ausdauer. Und so legte ich auch dieses wichtige Buch nach einem knappen Drittel aus der Hand, um mich einer anderen „Pflichtlektüre“ zuzuwenden.</p>
<p>Heute, dreißig Jahre später, blätterte ich zum ersten Mal wieder darin und zäumte das Pferd diesmal von hinten auf. Ich las die letzte Seiten des letzten Kapitels, das in der deutschen Übersetzung mit dem Titel „Die Rückkehr“ überschrieben ist und war erschüttert über die luzide Prophetie, die dieser Ethnologe und Philosoph hier in einer erbarmungslos unmissverständlichen Sprache zu Papier gebracht hat:</p>
<p>„Die Welt hat ohne den Menschen begonnen und wird ohne ihn enden. Die Institutionen, die Sitten und Gebräuche, die ich mein Leben lang gesammelt und zu verstehen versucht habe, sind die vergänglichen Blüten einer Schöpfung, im Verhältnis zu der sie keinen Sinn besitzen; sie erlauben bestenfalls der Menschheit, ihre Rolle im Rahmen dieser Schöpfung zu spielen. Abgesehen davon, daß diese Rolle dem Menschen keinen unabhängigen Platz verschafft und daß sein überdies zum Scheitern verurteiltes Bemühen darin besteht, sich vergeblich gegen den universellen Verfall zu wehren, erscheint der Mensch selbst als Maschine – vollkommener vielleicht als die übrigen –, die an der Auflösung einer ursprünglichen Ordnung arbeitet und damit die organisierte Materie in einen Zustand der Trägheit versetzt, der eines Tages endgültig sein wird. Seitdem der Mensch zu atmen und sich zu erhalten begonnen hat, seit der Entdeckung des Feuers bis zur Erfindung der atomaren Vorrichtungen, hat er – außer wenn er sich fortgepflanzt hat – nichts anderes getan als Millionen von Strukturen zerstört, die niemals mehr integriert werden können. Ohne Zweifel hat er Städte gebaut und Felder bestellt; doch handelt es sich auch hier nur um Maschinen, die dazu bestimmt sind, Trägheit zu produzieren, und zwar in einem Tempo, das in keinem Verhältnis zur Menge an Organisation steht, das die gebauten Städte und die bestellten Felder implizieren. Was die Schöpfungen des menschlichen Geistes betrifft, so besitzen sie Sinn nur in bezug auf ihn, und sie werden im Chaos untergehen, sobald dieser Geist verschwunden sein wird. […]“ (Claude Lévi-Strauss: <em>Traurige Tropen.</em> A. d. Frz. v. Suzanne Heintz. Köln / Berlin: Kiepenheuer &#038; Witsch, 1970, S. 366 f.)</p>
<p>Ich zitiere den Schluss nicht bis zum Ende, das <a href="http://carlosaguilargp.blogspot.com/2009/01/claude-levy-strauss-entropologie-und.html">nicht zu ertragen</a> ist. Am vergangenen Wochenende ist Claude Lévi-Strauss im Alter von hundert Jahren in Paris gestorben.</p>
<p>[Titelbild: Umschlaggestaltung für das zitierte Buch von Hannes Jähn (1934-1987).]</p>
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		<title>Umzugsreste (II)</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Aug 2009 10:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelwürfe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit dem 31. Juli endeten Vertrag und Mietzahlungsverpflichtung in unserer „alten“ Wohnung, von der wir uns ursprünglich einmal so viel versprochen hatten, wovon das Wenigste eingelöst wurde, die wir aus allerlei Gründen schließlich sogar zu hassen gelernt hatten und als deren größter Makel sich erwies, dass sie leider keine „Seele“ hatte. („Seele“, in Anführungszeichen wohlgemerkt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/08/rechter-winkel1.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2392" title="rechter-winkel1" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/08/rechter-winkel1-400x265.jpg" alt="" width="400" height="265" /></a></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;" style="margin-top:10px;"><span>Mit dem 31. Juli endeten Vertrag und Mietzahlungsverpflichtung in unserer „alten“ Wohnung, von der wir uns ursprünglich einmal so viel versprochen hatten, wovon das Wenigste eingelöst wurde, die wir aus allerlei Gründen schließlich sogar zu hassen gelernt hatten und als deren größter Makel sich erwies, dass sie leider keine „Seele“ hatte. („Seele“, in Anführungszeichen wohlgemerkt, versteht hier wohl jeder, auch jene Sorte säkularisierter Nüchterlinge, zu der leider auch ich mich zählen muss, die mit der Seele ohne Anführungszeichen als einer Art immaterieller Innerei des Menschen nichts anzufangen wissen, schon gar nicht, wenn sie ihnen als ein unverfallbares Agens für die Ewigkeit verkauft werden soll.)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span>Neue Freunde meiner Söhne bemerkten bei ihrem Antrittsbesuch in unserer „alten“ Wohnung nicht selten, dass diese Räume eine Kälte ausstrahlten, ohne genau sagen zu können, wodurch genau dieser Eindruck entstand. „War hier mal eine Zahnarztpraxis oder so was?“, fragte in aller Unschuld der siebzehnjährige P.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span>Vermutlich hatten wir bei der allerersten Besichtigung selbst genau diesen Eindruck gehabt, was damals auch erklärlich war, denn der Vormieter hatte die Räume nicht als Wohnung genutzt, sondern dort ein Institut für wissenschaftliche Analysen betrieben. An den Wänden liefen ringsum Kabelkanäle zur Vernetzung zahlreicher PCs, unsere spätere Küche war bisher als Fotokopierraum genutzt worden, unter den Decken hingen Plexiglaskästen mit Neonröhren usw. Wir aber hatten in wenigen Wochen alles, was nur von Ferne an die Büroatmosphäre gemahnte, restlos beseitigt, übertüncht, versteckt oder verfremdet. Deshalb war es einigermaßen erstaunlich, dass das kühle Institutsklima in dieser Wohnung bis zuletzt spürbar blieb, wie ein hartnäckiger Geruch nach Lysol, Salmiak oder Katzenpisse, der in den tiefsten Ritzen zu stecken scheint und mit keinem noch so radikalen Geruchsneutralisierer zu beseitigen ist.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span>Beim Einzug in die „neue“ Wohnung erlebten wir infolgedessen einen wahren Kulturschock. Hier steckt in allen Ecken und Winkeln Leben und Geschichte. Als wir vor Jahren die „alte“ Wohnung ausgemessen hatten, waren wir eher bereit, an der Präzision unseres Millimeterpapiers zu zweifeln als an den Gegebenheiten in diesem Zweckbau, wenn sich beim Aufzeichnen des Grundrisses einmal ein nicht ganz rechter Winkel ergab. Hier hingegen <em>gibt</em> es tatsächlich <em>keinen einzigen</em> ganz rechten Winkel – und diese leichte Schiefheit mutet uns so freundlich und menschlich an, dass wir uns fühlen wie in einem Märchen oder guten Traum.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span> </span></p>
<p><span style="font-size: 11pt; line-height: 115%; font-family: &quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;;">Das Hexenhäuschen ist urgemütlich und hat „Seele“ satt; und die Hexe ist eine gute Fee!</span></p>
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		<title>Erdtag $$</title>
		<link>http://www.revierflaneur.de/2009/04/22/mittwoch-22-april-2009-erdtag/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 18:28:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelwürfe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der US-amerikanische Politiker Gaylord Nelson (1916-2005) hatte sich schon früh, nämlich während seiner Zeit als Gouverneur von Wisconsin Anfang der 1960er-Jahre, für den Umweltschutz stark gemacht. Am 22. April 1970 rief er, eine Notiz von John F. Kennedy aufgreifend, den Earth Day ins Leben, der mittlerweile in 175 Ländern der Erde als weltlicher Feiertag begangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/04/earthday.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2107" title="earthday" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/04/earthday-194x300.jpg" alt="" width="194" height="300" /></a></p>
<p>Der US-amerikanische Politiker Gaylord Nelson (1916-2005) hatte sich schon früh, nämlich während seiner Zeit als Gouverneur von Wisconsin Anfang der 1960er-Jahre, für den Umweltschutz stark gemacht. Am 22. April 1970 rief er, eine Notiz von John F. Kennedy aufgreifend, den <em>Earth Day</em> ins Leben, der mittlerweile in 175 Ländern der Erde als weltlicher Feiertag begangen wird und die Menschen dazu anregen soll, ihr Konsumverhalten kritisch zu überdenken und wenn möglich zu ändern.</p>
<p>Was aus diesem ursprünglich vielleicht einmal löblichen Gedanken mittlerweile geworden ist, kann man sich auf der <a href="http://www.earthday.net/">Internetseite</a> dieser globalen Veranstaltung ansehen: eine Beruhigungspille für das schlechte Gewissen der Anständigen, die wider alle bessere Einsicht trotzdem doch auch ein „schönes Leben&#8221; leben möchten.</p>
<p><a href="http://www.earthday.de/index.html">Auf Deutsch</a> und im Klartext lautet die Parole: „Klimaschutz heißt für uns nicht Verzicht, sondern Effizienz!&#8221; Offenbar gibt es noch genug Gutgläubige, die sich, trotz exponentiell schwindender Ressourcen und zugleich exponentiell wachsenden Verbrauchs, mit solchen wohlklingenden Sprüchen Optimismus und gute Laune einimpfen lassen.</p>
<p>Die Kampagne riecht auf etliche Meilen gegen den Wind nach findiger Geschäftemacherei. Besonders sinnfällig wird dies durch das Plakat, mit dem der diesjährige „Tag der Erde&#8221; weltweit beworben wird. Es stammt von Jan Martin Will und zeigt, absurder geht&#8217;s wohl nicht mehr, einen einsamen Eisbären, der am Mast eines Windrades emporklimmt, das auf einer abgeschmolzenen Eisscholle treibt.</p>
<p>Blanker Zynismus? Selbstironie? Ich habe mir das Plakat mit dem lustigen Bildchen für 20 US-Dollar vom <a href="http://earthday.net/estore">EDN e-store</a> kommen lassen. [Ausschnitt s. Titelbild]</p>
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		<title>Endspiel</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 16:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelwürfe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Wenn ich den Zeitkritikern des neuen Jahrhunderts lausche, habe ich immer ein flaues Gefühl. Meine verhaltene Zustimmung ist jedenfalls Lichtjahre entfernt von der rückhaltlosen Euphorie, die ich für die 68er-Rebellen empfand, für die Yippies und Spontis, Situationisten und Provos, LSD-Propheten und Orgon-Forscher, Antipsychiater und Happening-Artisten meiner wilden Jugendjahre.
Wenn ich mir die Lamentos der saturierten Linken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/04/baumzerlegung.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-2042" title="baumzerlegung" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/04/baumzerlegung-400x198.jpg" alt="" width="400" height="198" /></a></p>
<p>Wenn ich den Zeitkritikern des neuen Jahrhunderts lausche, habe ich immer ein flaues Gefühl. Meine verhaltene Zustimmung ist jedenfalls Lichtjahre entfernt von der rückhaltlosen Euphorie, die ich für die 68er-Rebellen empfand, für die Yippies und Spontis, Situationisten und Provos, LSD-Propheten und Orgon-Forscher, Antipsychiater und Happening-Artisten meiner wilden Jugendjahre.</p>
<p>Wenn ich mir die Lamentos der saturierten Linken und selbstgefälligen Grünen heute anhöre, und selbst noch bei den radikaleren Statements außerparlamentarischer Initiativen wie Attac oder von NGOs wie Greenpeace, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese braven Weltfürsorger allesamt den Schuss noch nicht gehört haben. Sie glauben offenbar allen Ernstes, dass auf althergebrachte Art und Weise noch was zu retten ist. Und wenn ich höre, wie jemand über steigende Spritpreise klagt und wenig später über die Finanzkrise jammert mit dem ironischen Kommentar, immerhin sei jetzt das Benzin wieder billiger, dann möchte ich gern einwenden, dass die schlechten Nachrichten in diesen Trendmeldungen leider gerade die scheinbar guten sind &#8211; und die eigentliche Katastrophe die unbewusst zynische Reaktion solcher Zeitgenossen. Aber das versteht ja kaum einer.</p>
<p>Als 1972 der Club of Rome <em>Die Grenzen des Wachstums</em> beschrieb und fünf Jahre später mit der Studie <em>Global 2000</em> im Auftrag von Jimmy Carter diese prophetische Warnung mit einer Fülle von Fakten untermauert wurde, da fanden solche Hiobsbotschaften immerhin noch bei den kritischen und wohlmeinenden Zeitgenossen eine gewisse Resonanz. Wer sich heute erdreistet, die naheliegendsten, offensichtlichsten Tatsachen über unsere unmittelbare Zukunft in den Blick zu nehmen und etwa die Daseinsbedingungen der nach der Jahrtausendwende Geborenen gegen Ende ihres Lebens zu prognostizieren, der findet kein Gehör mehr. Die Gefahren, die uns aus der nachhaltigen und irreversiblen Schädigung und Zerstörung unserer Umwelt drohen, sind zu groß, als dass die meisten von uns sie noch als reale Bedrohung wahrnehmen könnten; sie sind, nach einem Wort von Günther Anders, „überschwellig&#8221;.</p>
<p>Jetzt hat ein Buch mein Interesse geweckt, das scheinbar anachronistisch genug ist, genau diesen verstörenden Blick über die Schwelle zu wagen. Es heißt <em>Endgame,</em> sein Autor ist der „Anarcho-Primitivist&#8221; &#8211; so wird er tatsächlich genannt &#8211; <a href="http://www.derrickjensen.org/">Derrick Jensen</a> (* 1960) und es liegt seit Kurzem in einer zweibändigen deutschen Übersetzung vor.</p>
<p>Ein paar editorische Merkwürdigkeiten sind vielleicht ganz interessant. Im amerikanischen Original hat Band 1 den Untertitel <em>The Problem of Civilization</em>, Band 2 heißt schlicht <em>Resistance.</em> Daraus macht der Pendo-Verlag, der die deutsche Ausgabe herausgebracht hat, <em>Zivilisation als Problem</em> und <em>Das Öko-Manifest &#8211; Wie nur 50 Menschen das System zu Fall bringen und unsere Welt retten können.</em> Befremdlich auch, dass Pendo das Erscheinen von Band 2 auf seiner eigenen Internet-Seite bisher <a href="http://www.pendo.ch/cgi-bin/WebObjects/TXTSVPendo2.woa/5/wo/Cm5uqDkvAj7L3GAbyyB1Ab8vYtR/2.0.15.1.5.5.5.0.1.0.ShopArtikelSmall.1.15.0">noch nicht annonciert</a> hat! Bezeichnend, dass heute in keiner einzigen Buchhandlung meiner Vaterstadt, nicht bei <em>Thalia</em> und nicht bei der <em>Mayerschen,</em> und erst recht natürlich nicht bei den kleineren Läden, auch nur ein einziges Exemplar dieses Buches vorrätig war. Und nach solchen vielversprechenden Hinweisen verwundert es mich nicht, dass keiner meiner sonst stets gut über zeitkritische Novitäten auf dem Buchmarkt informierten Freunde je von Jensens <em>Endgame</em> gehört hat. Selbst einen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Derrick_Jensen">deutschen Wikipedia-Artikel</a> über diesen Autor sucht man bisher vergeblich. &#8211; Na, wenn das mal kein ganz heißer Tipp ist!</p>
<p>[Demnächst mehr zu <em>Endgame</em> unter dieser Adresse.]</p>
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		<title>Crisis?</title>
		<link>http://www.revierflaneur.de/2009/03/29/sonntag-29-marz-2009-crisis/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 17:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelwürfe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Alle reden von der Krise, wir auch. Allerdings interessiert uns hier nicht, ob der gegenwärtige Zustand der Weltwirtschaft sich noch weiter verschlimmern wird und wer an ihm die Hauptschuld trägt und warum wir einfachen Leute bisher so wenig davon spüren. Wir setzen etwas grundsätzlicher an und fragen uns und alle, die es sonst noch interessiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/supercrisis.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1989" title="supercrisis" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/supercrisis-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Alle reden von der Krise, wir auch. Allerdings interessiert uns hier nicht, ob der gegenwärtige Zustand der Weltwirtschaft sich noch weiter verschlimmern wird und wer an ihm die Hauptschuld trägt und warum wir einfachen Leute bisher so wenig davon spüren. Wir setzen etwas grundsätzlicher an und fragen uns und alle, die es sonst noch interessiert, ob der gegenwärtige Zustand der Weltwirtschaft mit dem Wort „Krise&#8221; eigentlich zutreffend benannt ist. Und weil uns die Folgen der Ereignisse an den Börsen und in den Banken und auf den Märkten bisher noch nicht so kalt erwischt haben, dass wir auf unseren Personalcomputer mit Internetzugang verzichten müssten, schauen wir rasch mal bei der <em>Wikipedia</em> nach, damit wir wissen, was „Krise&#8221; eigentlich bedeutet und ob dieses Fremdwort besagten Zustand richtig bezeichnet.</p>
<p>Krise, so lesen wir also dort, leitet sich ursprünglich von dem altgriechischen Verb <em>krínein</em> ab, das so viel wie „trennen&#8221;, „unterscheiden&#8221; heißt. Das Substantiv Krise übersetzt der <em>Duden</em> zunächst allgemein mit „Entscheidung&#8221;, „entscheidende Wendung&#8221;, dann spezieller mit „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt&#8221;.</p>
<p>Und jetzt wird es spannend! Wörtlich heißt es bei <em>Wikipedia:</em> „Dass es sich hierbei um einen Wendepunkt handelt, kann jedoch oft erst konstatiert werden, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde.&#8221;</p>
<p>Ob wir es also mit einer Krise zu tun haben <em>oder mit etwas anderem,</em> das können wir jetzt noch gar nicht beurteilen, weil wir ja vorläufig nicht wissen, ob es gelingen wird, die gefährliche Entwicklung zu bremsen, zu stoppen und schließlich umzukehren. Wenn heute allgemeine Übereinkunft in den Medien herrscht, den desolaten Zustand der globalen Finanzwirtschaft als Krise zu bezeichnen, so erinnert das ans Pfeifen des ängstlichen Kindes im dunklen Keller. Die Krise wird tatsächlich herbeigeredet, als das weitaus kleinere Übel beschworen.</p>
<p>Gleich im nächsten Satz verrät uns <em>Wikipedia,</em> wie die Alternative zu jener vergleichsweise harmlosen Krise heißt, ganz gleich, wie lange sie anhält und wie viele Opfer sie fordert: „Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe (wörtlich in etwa ,Niedergang‘).&#8221; &#8211; Was Krise und Katastrophe in wirtschaftlichen Organismen sind, das nennt man übrigens in biologischen Organismen Krankheit bzw. Tod.</p>
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		<title>Glück im Unglück</title>
		<link>http://www.revierflaneur.de/2009/03/07/freitag-6-marz-2009-gluck-im-ungluck/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 14:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Oikos]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelwürfe]]></category>

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		<description><![CDATA[
Als ich vor dreißig Jahren begann, meine Brötchen im Buchhandel zu verdienen, schwappte gerade die erste ganz große Ratgeberwelle über den Verkaufstresen. Der Gentleman-Spekulant André Kostolany entführte uns ins Wunderland von Geld und Börse und enthüllte die Kunst, ein Vermögen zu machen. Die Kräuterhexe Maria Treben ermunterte uns, unsere kleinen und großen Wehwehchen mit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/verkaufskunde.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1930" title="verkaufskunde" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/verkaufskunde-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" /></a></p>
<p>Als ich vor dreißig Jahren begann, meine Brötchen im Buchhandel zu verdienen, schwappte gerade die erste ganz große Ratgeberwelle über den Verkaufstresen. Der Gentleman-Spekulant André Kostolany entführte uns ins <em>Wunderland von Geld und Börse</em> und enthüllte die <em>Kunst, ein Vermögen zu machen.</em> Die Kräuterhexe Maria Treben ermunterte uns, unsere kleinen und großen Wehwehchen mit den himmlischen Gaben aus der <em>Apotheke Gottes</em> zu kurieren. Und gleich ein halbes Dutzend strahlender Mutmacher, von Josef Kirschner über Paul Murphy und Thorwald Dethlefsen bis hin zu Norman Vincent Peale, predigten die Glück und Erfolg versprechende <em>Kraft des positiven Denkens.</em></p>
<p>Wenn auch nur die Hälfte der abertausend Käufer dieser Gebrauchsanweisungen für ein erfülltes Erdendasein zwischen den Buchdeckeln gefunden haben, was sie sich erhofften, dann dürfte ich, als Händler solcher papierenen Heil- und Hilfsmittel, mir meinen Stammplatz im paradiesischen Jenseits zweifellos verdient haben.</p>
<p>So dachte ich wenigstens bis zum 15. September vorigen Jahres, als Lehman Brothers Insolvenz anmeldete, die globalisierte Finanz- und Wirtschaftsordnung ins Rutschen geriet und vor meinem inneren Auge jene Kostolany-Kunden der frühen 1980er-Jahre vorbeidefilierten, jammernd und klagend, mit erhöhtem Blutdruck und schweren Depressionen. Ich weiß nicht, welches Kräutlein Maria Treben für diesen Fall im Körbchen hatte. Ich meine mich aber zu erinnern, dass Kostolany-Kunden als Zweitbuch vielleicht noch den dicken Konz, <em>Tausend ganz legale Steuertricks,</em> zur Kasse trugen, kaum jedoch das Kräuterbuch der schlichten Naturheilkundlerin aus dem oberösterreichischen Grieskirchen.</p>
<p>Allenfalls könnte sich der eine oder andere dieser in dunkle Nadelstreifenanzüge gewandeten Spekulanten einen Stimmungsaufheller aus den Think-Positive-Tanks von Dr. Murphy &amp; Co. geschnappt haben, für alle Fälle. Dort liest er dann jetzt, dass noch der schlimmste Schicksalsschlag sein Gutes hat &#8211; wenn man nur den rechten Blickwinkel findet.</p>
<p>Den findet man zum Beispiel in der <em>Süddeutschen Zeitung</em> vom 20. Februar 2009. Darin liest der gebeutelte und geplünderte Investor auf Seite 16: „<em>Krise als Klimaretter &#8211; Flaute lässt CO<sub>2</sub>-Ausstoß sinken.</em> Der Ausstoß von Treibhausgasen könnte aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise in diesem Jahr um bis zu acht Prozent zurückgehen. Das berichteten Meteorologen am Donnerstag auf dem Extremwetter-Kongress in Bremerhaven. Vor allem der erhebliche Rückgang des Wachstums in China führe dazu, dass die Treibhaus-Emissionen zwischenzeitlich nicht ansteigen.&#8221; Wir müssen uns bloß daran gewöhnen, dass schlechte Nachrichten für die Menschheit in aller Regel gute Nachrichten für den Rest der Erde sind &#8211; und uns dann noch unseren humanen Egoismus abgewöhnen. Ein Ratgeber von Josef Kirschner zielte allerdings in die entgegengesetzte Richtung, hieß er doch <em>Die Kunst, ein Egoist zu sein.</em> &#8211; Ach, ich fürchte, ich habe meinen Stammplatz im Paradies verwirkt!</p>
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		<title>Fristlos</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 12:38:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
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Die Wahrheit blüht besonders üppig im Verborgenen, wenngleich sich diese Blüten meist nicht zu Dekorationszwecken auf bürgerlichen Fensterbänken eignen. Im vorletzten Sommer erschnüffelte unsere Hündin den provisorischen Unterschlupf eines Obdachlosen, neben einem Trafohäuschen ganz in der Nähe unserer Wohnung, den Blicken vorbeieilender Passanten durch wild wucherndes Gebüsch gnädig entzogen.
Im Winter 2007 auf 2008, da das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/trafo.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1905" title="trafo" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/03/trafo-400x259.jpg" alt="" width="400" height="259" /></a></p>
<p>Die Wahrheit blüht besonders üppig im Verborgenen, wenngleich sich diese Blüten meist nicht zu Dekorationszwecken auf bürgerlichen Fensterbänken eignen. Im vorletzten Sommer erschnüffelte unsere Hündin den provisorischen Unterschlupf eines Obdachlosen, neben einem Trafohäuschen ganz in der Nähe unserer Wohnung, den Blicken vorbeieilender Passanten durch wild wucherndes Gebüsch gnädig entzogen.</p>
<p>Im Winter 2007 auf 2008, da das Schlafen unter freiem Himmel noch ungemütlicher wurde, als es selbst in der wärmeren Jahreszeit sein mag, inspizierte ich den wilden Ort erneut und traf zwar den ohne Dach dort Hausenden nicht an, gewahrte aber eine neue Möblierung, die den Minustemperaturen das Wenige entgegensetzte, was ohne Geld zu haben ist, was von den Sperrmüllbergen einer modernen Großstadt fortgetragen werden kann. Ich berichtete kurz vor Weihnachten 2007, <a href="http://www.westropolis.de/revierflaneur/stories/23947/">noch unter anderer Adresse</a>, über meine Entdeckung.</p>
<p>Der Anwohner des Trafohäuschens kreuzte seither gelegentlich meinen Weg. Es war ein Mann schwer bestimmbaren Alters, zwischen 40 und 60, von ungesundem, aber nicht ganz ungepflegtem Äußeren, schlank und groß gewachsen, langhaarig und bärtig. Auffallend war, dass er beim Schreiten mit den Armen schlenkerte. Er wechselte offenbar häufig die Kleidung, nie sah ich ihn zweimal in den gleichen Sachen. Ekel vor angebrochenen, halb verzehrten, dann weggeworfenen Lebensmitteln, die er wohl aus Mülltonnen oder -containern klaubte, schien er nicht zu haben: Ich beobachtete ihn mehrfach, wie er dergleichen lustvoll verzehrte. Ob er Alkoholiker war, vermag ich nicht zu sagen. Er torkelte nicht, trug nie eine Bier- oder Schnapsflasche mit sich.</p>
<p>Als er mir zuletzt Anfang 2009 begegnete, sprach ich ihn an, zückte mein Portemonnaie und schenkte ihm, mit einem Glückwunsch zum neuen Jahr, einen mittelgroßen Geldschein, wofür er sich bedankte. Danach sah ich ihn nicht mehr und werde ihn vermutlich auch niemals wiedersehen.</p>
<p>Vor wenigen Tagen hat nämlich das Grünflächenamt meiner Vaterstadt den kleinen Park, an dessen Rand das Trafohäuschen steht, radikal von wildwachsendem Gebüsch gereinigt. Das „Mobiliar&#8221; des Obdachlosen wurde bei dieser Gelegenheit offensichtlich entsorgt [s. Titelbild]. Und die Wahrheit? Sie lautet: Obdachlosigkeit erspart dem Staat die Räumungsklage, Fristen sind nicht zu beachten.</p>
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		<title>Einschwörer (II)</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 08:10:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
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Meinem ersten „Einschwörer&#8221; begegnete ich, heute auf den Tag genau, vor 45 Jahren. Er hieß Henning H. und war mein Klassenkamerad und Sitznachbar auf der Albert-Schweitzer-Volksschule &#8211; so hießen die Grundschulen damals noch &#8211; in Essen-Rüttenscheid. Henning war in Sorge, dass ich eine seiner Missetaten unserem Lehrer, Herrn Brandstetter, petzen könnte. Ich beteuerte meine Loyalität [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/01/schwur.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1692" title="schwur" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2009/01/schwur-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" /></a></p>
<p>Meinem ersten „<a href="http://www.revierflaneur.de/2008/12/25/donnerstag-25-dezember-2008-einschworer/">Einschwörer</a>&#8221; begegnete ich, heute auf den Tag genau, vor 45 Jahren. Er hieß Henning H. und war mein Klassenkamerad und Sitznachbar auf der Albert-Schweitzer-Volksschule &#8211; so hießen die Grundschulen damals noch &#8211; in Essen-Rüttenscheid. Henning war in Sorge, dass ich eine seiner Missetaten unserem Lehrer, Herrn Brandstetter, petzen könnte. Ich beteuerte meine Loyalität und Verschwiegenheit, denn Henning war stärker als ich. „Schwör!&#8221; &#8211; so lautete sein erbarmungsloses Kommando. Ich hob Daumen, Zeige- und Mittelfinger: „Ich schwör!&#8221; &#8211; „Du musst dran lecken, sonst gilt es nicht.&#8221; So verlief meine Einweisung in den Ritus der Schwörerei, der mir ahnungslosem Tropf, von Haus aus ein atheistisches Kind, zuvor nahezu völlig fremd gewesen war. (Den Trick, beim Schwur Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand hinterm Rücken zu kreuzen, was den Schwur ungültig macht &#8211; den kannte ich damals auch noch nicht.)</p>
<p>Seither bin ich nicht mehr in die Verlegenheit gekommen, meine Schwurfinger mit Speichel zu benetzen. Ich entging dem Fahneneid der Bundeswehr als fußkranker, zum Dienst an der Waffe untauglicher Schwerbehinderter und dem Beamteneid durch Tätigkeiten in der freien Wirtschaft. Lediglich vorm Standesamt hatte ich ein Treuegelöbnis zu leisten, „in guten und in schlechten Tagen&#8221;, aber dazu war nicht erforderlich, die rechte Hand zu heben. Mir scheint diese Schwörerei noch immer ein sehr zweifelhaftes Brauchtum zu sein, als stünde jedes üblicherweise ohne diese Geste gegebene Wort unterm Anfangsverdacht der Lüge &#8211; und würde erst durch den Eid in den Adelsstand heiliger Wahrheit erhoben. Leckt mich!</p>
<p>Und jetzt, da seit ein paar Monaten die globale Hütte brennt, sehe ich mich umstellt von Einschwörern verschiedenster Provenienz, die mich &#8211; ganz ähnlich wie Henning H. auf dem Schulhof vor 45 Jahren &#8211; dazu auffordern, die Finger zum heiligen Eid zu erheben, beleckt oder unbeleckt. Unsere Kanzlerin Angela Merkel will mich auf eine <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,601190,00.html">harte Konjunktur-Kur</a> einschwören, nachdem sie eine Woche zuvor ihre hessischen Parteigenossen bereits auf den <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,600041,00.html">Wahlkampf</a> eingeschworen hat. Na, ich bin ja glücklicherweise kein Hesse &#8211; und auch kein Franzose, sonst hätte mich <a href="http://www.welt.de/welt_print/article962179/Sarkozy_schwoert_Landsleute_auf_harte_Reformen_ein.html">Sarkozys Einschwörerei</a> schon im Sommer 2007 in Rage gebracht. Fairness? Dafür bin ich immer zu haben. Aber wenn ein Mann wie der britische Premierminister <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580056,00.html">Gordon Brown</a> sie von seinen Untertanen per Eid fordert, balle ich dennoch aus Solidarität die Faust in der Tasche. Und auch sein Widersacher <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/international/David-Cameron-Tories-Finanzkrise;art123,2626931">David Cameron</a> kann mich nicht zum kontinentalen Mit-Schwur verleiten, wenn er seine Landsleute auf harte Zeiten einschwört.</p>
<p>Gibt&#8217;s die Schwörerei eigentlich auch bei den Juden? <a href="http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?ID=329127">Offenbar schon</a>, wenn man den doch so <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCtlischwur">schwurerprobten Schweizern</a> glauben darf. Und neuerdings haben wir noch einen <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/politik/2009/1/9/news-103621217/detail.html">weiteren</a> Einschwörer zu ertragen, <em>den</em> <a href="http://www.news.ch/Obama+schwoert+Landsleute+auf+Neuanfang+ein/330962/detail.htm">Hoffnungsträger</a> unserer hoffnungslos verrotteten Spezies, der man nicht viel mehr noch zu wünschen vermag, als dass sie ihren Abgang vom Globus mit möglichst geringen Folgeschäden für dessen restliche Biosphäre bewerkstelligt: <a href="http://www.heise.de/newsticker/Obama-schwoert-US-Verwaltung-auf-Offenheit-und-Transparenz-ein--/meldung/122172">Barack Obama</a>. Seinen Eid hat der neue Präsident der USA zwar im ersten Anlauf nicht hingekriegt, und beim zweiten Versuch war die gelbe Lincoln-Bibel leider schon auf Reisen &#8211; aber darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an.</p>
<p>Insofern ist die Finanzkrise, die zu Produktionsrückgang, zum Beispiel in der Autoindustrie, und damit zu gedrosseltem CO<sub>2</sub>-Ausstoß führt, eigentlich doch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und die Billionen-Verschuldung der Staaten zur Rettung der <a href="http://www.revierflaneur.de/2009/01/21/mittwoch-21-januar-2009-not-leidend/">Not leidenden Banken</a>, die künftige Generationen zurückzahlen sollen, muss uns auch kein Kopfzerbrechen bereiten, wenn es solche Generationen gar nicht mehr gibt. Angesichts solcher Zukunftsperspektiven sind mir der Zusammenbruch des Kapitalismus und die Sorgen der <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article3077201/ThyssenKrupp-schwoert-Anleger-auf-harte-Zeiten-ein.html">Anleger</a> jedenfalls herzlich egal &#8211; ich schwör!</p>
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		<title>Einschwörer (I)</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Dec 2008 10:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
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In den Wochen vor dem Übergang zum Jahr 2009 grassiert in der Berichterstattung über die Statements von hochrangigen Politikern und Topleuten der Wirtschaft zur globalen Finanzkrise eine neue Redewendung, die aufhorchen lässt: Die Krisenmanager beschwören unseren Durchhaltewillen, appellieren an unsere Leidensfähigkeit, bereiten uns rhetorisch auf ein hartes Jahr vor; kurz: sie „schwören uns ein&#8221;. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2008/12/goebbels.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1357" title="goebbels" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2008/12/goebbels-400x257.jpg" alt="" width="400" height="257" /></a></p>
<p>In den Wochen vor dem Übergang zum Jahr 2009 grassiert in der Berichterstattung über die Statements von hochrangigen Politikern und Topleuten der Wirtschaft zur globalen Finanzkrise eine neue Redewendung, die aufhorchen lässt: Die Krisenmanager beschwören unseren Durchhaltewillen, appellieren an unsere Leidensfähigkeit, bereiten uns rhetorisch auf ein hartes Jahr vor; kurz: sie „schwören uns ein&#8221;. Und offenbar haben sich alle Kommentatoren dieses erpressten Treuegelübdes verschworen, gerade diese &#8211; wie ich zeigen werde &#8211; vollkommen unsinnige Phrase zu gebrauchen.</p>
<p>Den Anfang machte am 18. Dezember 2008 Volkswagen-Chef <a href="http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELE45552720081214">Martin Winterkorn</a>, der seinen Konzern, will sagen: dessen Topmanagement, auf harte Zeiten für die Autobranche einschwor. Noch am selben Tag schwor dann die Bundeskanzlerin <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,597364,00.html">Angela Merkel</a> die Ministerpräsidenten der Bundesländer auf das zweite Konjunkturpaket ein, um zwei Tage später dann gleich das ganze deutsche Volk auf ein schwieriges neues Jahr <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,597727,00.html">einzuschwören</a>. Bereits zu Heiligabend wird die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,598274,00.html">Horst Köhler</a> bekannt, der die Deutschen auf einen Kraftakt einschwört. Und selbst der designierte US-Präsident <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,598331,00.html">Barack Obama</a> schwört zum Fest der Liebe seine Landsleute auf einen harten Kampf gegen die Wirtschaftskrise ein.</p>
<p>Leider bleibt bei dieser inflationären Einschwörerei völlig unklar, welchen Eid die Leidtragenden des vorhersehbaren Zusammenbruchs unseres Weltfinanzluftschlosses denn nun eigentlich leisten sollen. Etwa diesen? „Ich schwöre, dass ich mich nicht beschweren werde, wenn ich im kommenden Jahr 2009 meinen Arbeitsplatz verliere. Ich schwöre, dass ich Einbußen in meinem Lebensstandard klaglos hinnehme. Ich schwöre, dass ich die Schuld an diesem Desaster bei niemandem suchen werde, und am allerwenigsten bei den Spekulanten, den Börsenzockern, Konzernchefs und Bankern, denn diese armen Irren haben ja längst schon den Überblick verloren und können auch nichts dafür. Ich schwöre, dass ich mich angesichts dieser trüben Zukunftsaussichten bescheiden in mein kaltes Kämmerlein zurückziehen werde und dem Herrgott danke, dass ich überhaupt noch ein Kämmerlein habe. Ich schwöre, auch weiterhin keinen Anstoß daran zu nehmen, dass eine immer kleiner werdende Zahl von Supermilliardären ihren Reichtum auf Kosten des immer größer werdenden Rests der Menschheit schamlos weiter vermehrt. Ich schwöre, dass ich nicht aufmucke, wenn die entfesselte Raffgier dieser anscheinend unersättlichen Oligarchie ihre Allmacht mit Krediten und Zukunftshypotheken festigt, unter denen noch die Kindeskinder meiner Kindeskinder zu leiden haben werden.&#8221;</p>
<p>Als der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels [siehe Titelbild] am 18. Februar 1943, nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad, das deutsche Volk, repräsentiert durch eine handverlesene Schar fanatisierter Parteigenossen, auf den weiter zu beschreitenden Weg in den Abgrund einschwor, stellte er immerhin noch eine Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?&#8221; Und aus dem Berliner Sportpalast scholl ihm ein begeistertes „Ja!&#8221; der verblendeten Meute entgegen.</p>
<p>Die leidenschaftslosen Einschwörer von heute stellen aber erst gar keine Fragen mehr, weil sie es offenbar nicht mehr nötig haben. Die normative Kraft des Faktischen macht ihnen ihr trauriges Geschäft sehr leicht. Wir Deutschen sind die Eingeschworenen von Mikronesien und müssen uns mit unserer Marginaliserung wohl oder übel abfinden. &#8211; Frohe Weihnachten!</p>
<p>[Fortsetzung <a href="http://www.revierflaneur.de/2009/01/30/freitag-30-januar-2009-einschworer-ii/">hier</a>.]</p>
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		<title>Überschwemmung</title>
		<link>http://www.revierflaneur.de/2008/12/08/montag-8-dezember-2008-uberschwemmung/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 13:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Revierflaneur</dc:creator>
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Die tägliche Nachrichtenflut aus den Massenmedien ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits gibt es kaum noch „weiße Flecken&#8221; auf der aktuellen Landkarte des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Tagesgeschehens. Durch die globale Vernetzung der Informationskanäle bleibt kein noch so unbedeutendes „Ereignis&#8221; dem, der es zur Kenntnis nehmen will, verborgen. Wenn mich beispielsweise interessiert, wie ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2008/12/takhalchor2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-1226" title="takhalchor2" src="http://www.revierflaneur.de/wp-content/uploads/2008/12/takhalchor2-301x300.jpg" alt="" width="301" height="300" /></a></p>
<p>Die tägliche Nachrichtenflut aus den Massenmedien ist Segen und Fluch zugleich. Einerseits gibt es kaum noch „weiße Flecken&#8221; auf der aktuellen Landkarte des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Tagesgeschehens. Durch die globale Vernetzung der Informationskanäle bleibt kein noch so unbedeutendes „Ereignis&#8221; dem, der es zur Kenntnis nehmen will, verborgen. Wenn mich beispielsweise interessiert, wie ein spezielles Cricket-Match in Neuseeland ausgegangen ist, dann bin ich darüber via Internet binnen kürzester Zeit auf dem Laufenden. So weit, so gut.</p>
<p>Andererseits führt diese permanente Überflutung unserer Sinne mit Informationen in Bild, Ton und Text aber dazu, dass sich die Nachrichten in unserem Bewusstsein gegenseitig neutralisieren. Was wirklich wichtig ist für mich als freies Individuum und wesentlich für die Spezies, der ich angehöre, geht im reißenden Strom der Banalitäten unter. Hinzu kommt, dass in den Medien &#8211; und insbesondere im TV, das trotz Internet immer noch das weltweit meistgenutzte Informationsmittel ist &#8211; die Grenzen zwischen Fiktion und Realität ebenso verwischt sind wie die zwischen Nachricht und Werbung. Wenn man Augen und Ohren ohne Zwischenschaltung eines sehr feinen Filters aufsperrt, dann bleibt von der Message der Medien nicht mehr als ein Weißes Rauschen. Aber wer schafft es schon, die wenigen Weizenkörner aus den Bergen von Spreu auszusieben?</p>
<p>Und noch eine dritte Wahrnehmungstrübung verhindert, dass wir trotz der Unbegrenztheit, Zeitnähe und Totalität der uns zur Verfügung stehenden Informationen zu keinem zutreffenden Bild von der gegenwärtigen Welt gelangen: Wir wollen nicht wahrhaben, wie schlecht es uns tatsächlich geht. Der Atheist <a href="http://www.guentheranders.at/">Günther Anders</a> (1902-1992) hat diese Verweigerung schmerzvoller Erkenntnis „Apokalypse-Blindheit&#8221; genannt &#8211; und dabei ist ihm noch erspart geblieben, die jüngsten Verblendungen religiöser Eiferer zur Kenntnis nehmen und kommentieren zu müssen, die <a href="http://www.welt.de/welt_print/article2776733/Herr-A-und-die-Bombe.html">offenbar</a> ihren Ergeiz darein gesetzt haben, den mittelfristig drohenden Zusammenbrüchen der globalen Ökosphäre und der Weltwirtschaft mit einer bellizistischen Apokalypse zuvorzukommen.</p>
<p>Gestern brachte die <em>Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</em> ein <a href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~EB77705DF8FCC4E18AAECF93443365E50~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview</a> mit dem Sozialpsychologen <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/profil-hwelzer.html">Harald Welzer</a> (*1958), der am Essener <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/index.html">Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI)</a> eine Forschungsgruppe <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/projektbereich-2.html">„Erinnerung und Gedächtnis&#8221;</a> leitet und sich zuletzt mit der Klimakatastrophe und den daraus notwendig folgenden kriegerischen Konflikten in einem zu wenig beachteten <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/772313/">Buch</a> auseinandergesetzt hat. Anlass des Gesprächs, das <a href="http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E1C017D6AA57A447B91C6975F4613918B~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Nils Minkmar</a> mit dem klarsichtigen Professor führte, war die aktuelle weltweite Finanzkrise. Welzer bringt die aussichtslose Lage, in der wir uns befinden, unverblümt auf den Punkt. Sowohl das vom Menschen blindlings aus der Balance gebrachte Klimageschehen auf unserem Planeten als auch die nach der Globalisierung vollkommen unberechenbar gewordene, nicht mehr zu steuernde Weltwirtschaft überfordern die besten Fachleute in Ökologie und Ökonomie so offenkundig, dass jede „Heilung&#8221; dieser beiden tödlichen Wunden durch rationale Entscheidungen, selbst auf „höchster Ebene&#8221;, ausgeschlossen ist. Hier haben sich zwei hyperkomplexe Prozesse so weit verselbstständigt, dass sie durch kein noch so hochgelahrtes Spezialistentum mehr umzukehren, aufzuhalten oder auch nur zu bremsen sind. Die Aufgabe, unsere Zukunft und die unserer Kinder und Kindeskinder zu sichern, ist uns endgültig über den Kopf gewachsen.</p>
<p>Solch unfrohe Botschaft muss dem Interviewer natürlich als unzumutbar erscheinen, weshalb er auf geradezu rührende Weise seinen Gesprächspartner um hoffnungsvolle Zugeständnisse an den Geschmack der Leser seiner Sonntagszeitung anbettelt: „Herr Welzer, wo bleibt denn das Positive? [...] Nicht noch mehr Pessimismus bitte.&#8221; (Nils Minkmar: <em>Warum keiner mehr durchblickt;</em> in: <em>FAS</em> Nr. 49 v. 7. Dezember 2008, S. 29.) Da beißt sich Kassandra auf die Zunge und quält sich ein Zugeständnis an eine immer noch mögliche Zukunft ab, die es schon längst nicht mehr gibt, auf dass dem &#8211; trotz aller Turbulenzen an den Börsen noch immer auf ein einigermaßen reguläres Geschäftsleben vertrauenden und dank dem unspektakulären Wetterbericht den Schlaf des Gerechten schlafenden &#8211; Sonntagszeitungsleser das Frühstücksei nicht im Hals stecken bleibe.</p>
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