Pushkids (III)

Ich weiß gar nicht mehr, wer die ohnehin schon nicht geringe Konfusion noch verschärfte, indem er die Beutelfrage ins Spiel brachte.

Üblicherweise wirft man seinen Müll in unseren reinlichen Zeiten ja nicht sozusagen ungeschützt in den Abfalleimer. Vielmehr befindet sich in diesem schmucken Gefäß ein weiterer, geringfügig kleinerer und weniger ansehnlicher Eimer. Und um auch diesen „Eimer im Eimer” vor ekligen Verschmutzungen zu bewahren, wird er mit einem Müllbeutel ausgekleidet.

Nun hatten wir bei unseren Internetrecherchen auf der Wesco-Website gesehen, dass es für die Baseboys und Pushboys aus dem Sauerland auch spezielle Abfallbeutel mit Zugband gibt. Meine Gefährtin witterte gleich Geschäftemacherei: „Da zahlt man bloß für den Namen. Ich hole die Beutel wie bisher bei ReWe oder Aldi.

Nun musste ich freilich zu bedenken geben, dass die meisten Abfallsammler von Wesco ja gerade durch ihre ungewöhnlichen Proportionen ins Auge stechen und sich eben deshalb dem Liebhaber gediegener Haushaltwaren als unverwechselbare Design-Schmuckstücke einprägen. Ich argwöhnte, dass sich möglicherweise ein für die Firma Wesco angenehmer Nebeneffekt dieser individuellen Formgebung daraus ergab, dass in ihre Eimer ausschließlich Wesco-Beutel passen. Meine Gefährtin murmelte etwas, das so klang wie „was nicht passt, wird passend gemacht”, aber damit konnte sie kaum sich selbst, geschweige denn mich überzeugen. „Du glaubst doch nicht, dass ich einen weit über hundert Euro teuren Abfalleimer kaufe, der für die Ewigkeit halten soll, um dann ewig an irgendwelchen unpassenden Billigbeuteln herumzuzerren!”

Als wir an diesem Punkt unserer warenkundlichen Recherchen in Sachen Abfalleimer angelangt waren, hätte ich nicht mehr darauf gewettet, dass wir überhaupt noch einmal zu einem neuen Eimer kommen würden. Seit etlichen Tagen entsorgten wir sehr zur Freude eines munteren Fruchtfliegenschwarms unsere Küchenabfälle provisorisch in Plastikeinkaufstüten, die wir an die Klinke einer Zimmertür hängten.

(Wird fortgesetzt.)

2 Responses to “Pushkids (III)”

  1. Anna Says:

    Ein Wesco! Also, Geschmack haben Sie. Ich hab ja leider keinen, hatte schon Probleme, einen Brabantia durchzusetzen. Und ich kann nur sagen, eine Tuete, die genau in den Eimer passt, ist ein schoener kleiner Luxus. Wenn schon, denn schon.

  2. Revierflaneur» Blogarchiv » Dienstag, 25. August 2009: Pushkids (IV) Says:

    […] ein kleines Weilchen auf Eis gelegt habe. Heute jedenfalls fiel mir das Fragment aus eins, zwei, drei Folgen plötzlich wieder ein wie eine im Ansatz stecken gebliebene Sünde, die schon deshalb keine […]

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